09.09.2019 – Honfleur

Honfleur, an der Mündung der Seine gelegen, ist definitiv ein MUSS, wenn man die Normandie bereist. Es ist eine Wanderung ins Mittelalter, wenn man den knapp 8.000 Seelenort betritt. Es sind zwar noch immer viele Touristen heute unterwegs gewesen, aber kein Vergleich zu gestern, wo gefühlt 10 Mal soviel Menschen unterwegs waren.

Der Name Honfleur wurde als Hunefleth 1025 erstmals urkundlich erwähnt; später ist es als Hunefloth (um 1062), Honneflo (1198), Honflue (1246), dann als Honnefleu (bis zum 18. Jahrhundert) dokumentiert. Der Endvokal [r] wurde erst im 19. Jahrhundert hinzugefügt. Das normannische Wort fleu („Blume“; französisch: fleur) wurde wie fleu „Küstenfluss“ im altnormannischen Dialekt ausgesprochen.

Die Stadt war jahrhundertelang ein relativ unbedeutender Hafen im Vergleich mit Harfleur auf dem anderen Ufer der Seinemündung. Mit der Zeit hat sich das Städtchen mit seinen pittoresken, schmalen und sechs Stockwerke hohen Häusern und der Lieutenance (dem Rest einer Befestigungsanlage) am Vieux Bassin (Altes Hafenbecken) aus dem 17. Jahrhundert zu einem der reizvollsten Orte der Normandie und vielbesuchten touristischen Anziehungspunkt entwickelt.

Rund um das Hafenbecken tummelt sich ein Restaurant neben dem anderen, und es ist tatsächlich so, dass man am liebsten bleiben würde bis man alle ausprobiert hat. Heute war der Lunch 6 leckere Austern und zwei Glas Champagne, hmmmmmmmmmmmmmmmmm.

Im 19. Jahrhundert wurde Honfleur zum Zentrum künstlerischer Aktivitäten. Eugene Boudin, der Maler der Küstenlandschaften, wurde 1824 hier geboren. Das Musée Eugène Boudin ist ihm gewidmet und dokumentiert die malerische Atmosphäre der Stadt und der Seine-Mündung. Honfleur ist aber auch der Geburtsort des französischen KomponistenErik Satie. Vile Maler kamen nach Honfleur und trafen sich oft in der Ferme St-Siméon, einem Bauernhof, der als eine der Geburtsstätten des Impressionismus gilt und heute ein stilvolles Hotel ist.

Auch heute noch stehen die Maler am Kai von Honfleur, und in den Greniers à Sel, zwei Lagerhäusern, die 1670 östlich des Vieux Bassin in l’Enclos, der im 13. Jahrhundert errichteten Verteidigungsanlage der Stadt zum Zweck der Salzlagerung, erbaut wurden, werden Ausstellungen zeitgenössischer Künstler organisiert.

Kirche Sainte Catherine

Pont de Normandie, eine der längsten Brücken Europas verbindet Le Havre mit Honfleur.

Die Kirche Sainte Catherine mit dem freistehenden Turm steht am Place Ste. Catherine. Sie wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts mit zwei Zwillingsschiffen und einer Dachkonstruktion gleich Schiffsrümpfen von Schiffszimmerleuten ganz aus Holz erbaut und mit bemalten Glasfenstern und weiteren Kunstwerken ausgestattet.