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27.05.2019 – von Bikjelo nach Leikong


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Heute stand die erste Fjordetappe an. Mit der Fähre ging es an das Nordufer des Nordfjords. Man beachte die entzückenden Seezeichen auf einigen Bildern. Die Straße führte überwiegend am Ford Richtung Westen entlang mit dem Ziel den Atlantik zu sehen. Aber was ist eigentlich ein Fjord, und wie ist diese Landschaft entstanden? 
Ein Fjord ist ein tief ins Landinnere reichender, schmaler, langgestreckter Meeresarm, der an drei Seiten von Festland umgeben ist. An der Mündung zum Meer befindet sich zumeist eine Untiefe, die als Fjordschwelle bezeichnet wird. In geologischer Hinsicht sind echte Fjorde von ähnlichen Meeresbuchten aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte zu unterscheiden.

Fjorde entstehen durch Talgletscher, die durch bereits bestehende Flusstäler abwärts fließen. Diese hatten in den Eiszeiten in Norwegen Mächtigkeiten von bis zu 3.000 Metern. Durch die Bewegung der Eisdecke flußabwärts werden zahlreiche größere und kleinere Gesteinsbrocken mitgerissen, die das anstehende Gestein erodieren und dadurch das Flusstal allmählich vertiefen und verbreitern, sodass das Flusstal seine typische U-Form erhält. Am Ende des Gletschers lagert sich Gesteinsmaterial ab, das mit der Zeit eine wallartige Aufschüttung (Endmoräne) bildet. Das Abschmelzen der Gletscher am Ende der Eiszeit führte zu einem Anstieg des Meeresspiegels, sodass das Meer in die tiefen Täler einströmen konnte. Einige Fjorde haben heute eine Wassertiefe von 200 Metern. An der Fjordmündung bildete die Endmoräne eine unterseeische Schwelle, die in der Regel nur einen Bruchteil der Wassertiefe im Inneren des Fjords erreichte.
Aufgrund der seichten Fjordmündung weisen Fjorde im Vergleich zum offenen Meer zumeist einen geringeren Wellengang auf. Durch ihre Ausprägungen mit einer eingeschlossenen Wasserfläche sind die meisten Fjorde daher besonders gut als Anker- und Liegeplatz für Schiffe geeignet.

Über die kleinen Ortschaften wie Halnes, Maloy und Holvik ging es nach Vagsvag. Ab Maloy ist die Straße nur noch 4 Meter breit – mein WoMo hat eine Breite von 2,35 Meter plus Spiegel auf beiden Seiten. Dafür sind die Ausweichbuchten gedacht, damit es keine Einbahnstraße wird. Es klappt erstaunlich gut; mit einer Ausnahme: Busse haben grundsätzlich Vorfahrt und die fordern die Fahrer unfreundlich und gnadenlos ein. Das längste Stück rückwärts bis zu nächsten Ausweichbucht waren stolze 450 Meter. So lernt man sein Fahrzeug bestens kennen.

Der Blick auf die Endmoräne und auf den Atlantik war spektakulär. Dazu kam eine geschichtsträchtige Ansammlung von Häusern, die die ersten Import / Export Geschäfte abgewickelt haben. Da es nur 15 Kilometer bis zum Sandstrand waren und der Hund mal wieder frei laufen sollte bin ich nach Refvik gefahren. Windig, kalt und regnerisch, kein Wunder also, dass sich nur zwei Wohnmobile und ein norwegisches Pärchen mit Rucksäcken dort eingefunden haben. Im Sommer sollen die 140 Stellplätze komplett ausgebucht sein. Zur Übernachtung ging es dann nach Leikong. Nicht mehr als eine Handvoll Häuser, ein Tankstelle und ein kleiner Platz für Wohnmobile ohne Versorgung.

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